Shakespeare, wer bist du? Was bist du? Wo bist du? Und warum bist du hier? Was willst du von uns von der Welt und besonders von mit?
Hey! Hey, ich rufe dich. Ich rede doch mit dir. Ich nenn dich Fürst…Vater…Dramenkönig – oh gib Antwort!
Du kommst in so fragwürdiger Gestalt und was ich auch tu, du lässt mich nicht kalt. Lässt mich grübeln und zweifeln, lässt mich lachen und weinen und triffst mit deinen Worten direkt in mein Herz. Doch nicht nur Gefühle weißt du zu wecken, seien es die Guten oder die voller Schrecken, auch gibst du uns nicht selten einen Rat, der uns begleitet bist zum heutigen Tag.
„Wo Worte selten (sind), haben sie Gewicht!“, ist was Richards Oheim zu uns spricht und das an sich nichts weder gut noch böse ist, so verwirrend das auch ist, lehrt uns Prinz Hamlet aus Dänemark im Nu – das Denken macht es erst dazu.
Auch bringst du, Shakespeare, uns zum Lachen, sei es mit skurrilen oder urkomischen Sachen und branntest damit in unser Gedächtnis ein „Was kann der Mensch bess’res tun als lustig sein? Gar nicht sein? Schlafend sein? Im Sterben sein? Es bleibt wohl eine Frage bis ans Ende aller Tage.
Du gibst und so viel und hinterlässt uns ein Vermächtnis, das manchmal so einfach und manchmal so gar nicht zu entschlüsseln ist. Bist wie das Leben ein wandelnd Schattenbild, nach all den Jahrzehnten noch immer nicht enthüllt. Bist wie ein Stern so unerreichbar und doch immer da, gleichzeitig fern und doch zum Greifen nah.
Und immer wenn ich glaub, ich könnte dich fassen, dann ist es, als wölltest du mich einfach nicht lassen. Ein jedes Ding hat seine Zeit und vielleicht bin ich oder du nicht bereit. Also lass ich dich zieh und betrachte dich von fern. Ich will, dass du weißt, ich hab dich gern. Um das zu zeigen, zitiere ich aus Hamlets Gedicht und sag dir „Zweifle an der Sterne Licht […], nur an meiner Liebe nicht.“
