11. August 2023
Ich treffe mich mit einer Freundin, die ich seit Monaten nicht gesehen habe. Es gibt viel zu erzählen und ich freue mich, dass wir bereits nach kurzer Zeit derart persönliche Gespräche führen, dass es auf eine positive Art gruselig ist.
Nach einer Weile geht es um Ängste und ich erzähle von der Panik, die häufig in mir aufsteigt, wenn ich mich mit Gleichaltrigen vergleiche und bemerke, wie „viel mehr sie im Leben schon erreicht haben“. Dieses „mehr“ definiere ich dabei meistens mithilfe von äußerlich erkennbaren Aspekte wie Abschlüssen, materiellem Besitz oder Familienzuwachs. Guck, er hat schon ein Haus, guck sie hat geheiratet und ein Kind, schau er hat seine eigene Firma gegründet. Ich messe mich mit dem, was ich von außen sehe. Logisch, womit denn auch sonst?
Meine Freundin sieht mich nachdenklich an, bevor sie schließlich meint: „Hey, ich versteh total was du meinst, aber weißt du was? Als du vorhin von deinem Journalismus-Studium und deiner Neuseelandreise erzählt hast, ist mir mal wieder aufgefallen, dass ich zwar prinzipiell weiß, dass du das das gemacht hast, bin dann aber doch immer wieder beeindruckt von deinen Geschichten und der Art wie du sie erzählst. Diese Geschichten hast du erlebt, diese Erfahrungen nur du gemacht und niemand anderes. Man sieht sie von außen vielleicht nicht und trotzdem sind sie genauso eine Errungenschaft wie ein Haus oder eine Firma. Vergiss das nicht.“
Ich schlucke und spiele nervös mit einem meiner Ringe. Sie hat ja recht. Was sie sagt tut gut und trotzdem bleibt der fade Beigeschmack, dass meine Errungenschaften virtuell bleiben, während die der anderen für alle sichtbar sind. So sehr ich es auch versuche, ich kann es einfach nicht abstellen.
Am Ende fasse ich den Entschluss, diesen Blog ins Leben zu rufen. Einen Blog gefüllt mit Texten, die meine Erfahrungen, Erlebnisse und Emotionen sichtbarer, greifbarer und irgendwie weniger virtuell machen. Bitte versteht mich nicht falsch. Dieses Projekt ist nicht der Versuch jemand anderem zu beweisen, dass ich auch schon etwas geleistet habe. Eigentlich ist es genau anders herum. Texte schreiben und Geschichten erzählen ist das, was ich (glaube ich) ganz gut kann. Einen Ort zu haben, an dem ich meine Stärken ausleben kann, schien mir eine ziemlich erfüllende Idee zu sein. Und wenn du als Leser auch ein kleines bisschen Freude daran hast, dann freut mich das natürlich umso mehr (: Und naja, sind wir ehrlich, dass ich bald nach Finnland fliege und dich oder euch hiermit ein bisschen an meiner Zeit dort teilhaben lassen kann, ist natürlich auch ein ziemlicher Vorteil 😉
Also dann, ganz viel Spaß beim Stöbern und Lesen. Alles alles Liebe,
Laura


